Das "Landgasthaus Kuhaupt" in Leckringhausen wurde vor 6 Generationen von Hugenottennachfahren namens Mulot (franz.: Feldmaus) gegründet und blieb sei dieser Zeit in Familienbesitz. In einer Urkunde von 1880/1881 heißt es: "Mulot Samuel Bürgermeister Wirth und Ackermann"..." mitten im Dorf No 7". Ein direkter Nachfahre des Samuel Mulot (1810-1890) ist Jean Mulot (1644-1700) aus Assis - sur Serre, Picardie/Nordfrankreich.


Der franz. Glaubensflüchtling, "Hugenotte", wanderte mit Frau und Kindern Ende des 17. Jahrhunderts nach Nordhessen / Kassel aus. Von Beruf war er Bauer. Über Carlsdorf und Gethsemane bei Hersfeld kamen Nachfahren nach Leckringhausen. Jean Daniel Mulot (1719-1790), Pfarrer, war von 1751-1755 zunächst in Leckringhausen, dann in Louisendorf bei Frankenberg und später als Kantor in Ippinghausen tätig. Der Enkel des Ersteinwanderers Mulot ist mit seinen 9 Kindern -6 Söhne, 3 Töchter- der Stammvater der Mulot-Linie in Leckringhausen.


Landgraf Carl von Hessen holte ab 1685 als einer der ersten Landesherren Hugenotten in sein Land, das durch Kriege und Krankheiten zerstört und nur noch wenig bevölkert war. In Leckringhausen (Ersterwähnung 1264 ?) erhielten 14 Hugenottenfamilien mit ihrem Pfarrer Pierre Borel den verfallen Meierhof (17.06.1699), der früher zum Kloster Arolsen und später zu Höhenscheid gehörte. Von Wolfhagen aus bauten die Zuwanderer eiligst Häuser, Stall und Scheune, erhielten dafür Materialien -Holz, Äxte und Sägen- und Steuererlaß, sowie das Zugeständnis, weiter Gottesdienst und Schule in der Muttersprache Französisch beibehalten zu dürfen.


Im 18. Jahrhundert war Leckringhausen europaweit anerkanntes Strumpfwirkzentrum mit eigener Zunftlade. 1808 löste Napoleon die Zünfte auf. Seitdem ging die Bevölkerung erheblich zurück. Während des 2. Weltkrieges und kurz danach lebten im Dorf mit Evakuierten und Flüchtlingen ca. 140 Personen. Ein Großteil verließ den Ort wieder, der zur Zeit 52 Einwohner zählt. Um 1840 wurde kaum noch französisch gesprochen. Kirchlich erfolgte 1923 und politisch 1972 der Anschluß der ehemals selbstständigen Gemeinde Leckringhausen an Wolfhagen. 


Marko Kuhaupt ist Nachfahr des Ersteinwanderers und Hugenotten Jean Mulot in 10. Generation. Mulot und Mulot-Nachfahren gibt es in Leckringhausen in der 8. Generation seit 1751. Häufig vorkommende Berufe: Förster, Pfarrer, Koch und Bäcker.


Quellennachweis: Kirchen-, Schul- und Gemeindebücher, ebenfalls Familienurkunden und Famlienverband Mulot, der 1954 in Carlsdorf -mit eigener Zeitung- gegründet wurde.

*Mit freundlicher Mitwirkung von Renate La Croix, Leckringhausen 1999*